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Geschichte des CCC


Am 3. Mai 2018 feierte der Chicago Columbia Club sein 125jähriges Jubiläum. Im festlich geschmückten Ballsaal des eleganten Woman’s Athletic Clubs wurden die 125 Teilnehmer der Feier mit Kostümen, Musik und Tanz auf ‚Eine Reise durch die Zeit’ genommen. Eine Reise, die in das Jahr 1893 zurückführte, das Jahr der World’s Columbian Exposition und dem Gründungsjahr des Columbia Damen Clubs, der später in den Chicago Columbia Club umbenannt wurde.

Im Jahr 1893 trafen sich gutsituierte und gebildete Damen aus der Chicagoer Bürgerschicht. Ihnen gemeinsam war die deutsche Herkunft bei gleichzeitiger Einbindung in die amerikanische Kultur. Man kam damals zusammen, um zu entscheiden, welche Persönlichkeiten aus Deutschland zu einem im Rahmen der Weltausstellung geplanten Bildungskongress eingeladen werden sollten. Dies war die Geburtsstunde das Chicago Columbia Clubs. Den Damen der ersten Stunde war es wichtig, einen Rahmen zu schaffen, der dem intellektuellen Austausch und der Förderung der Deutschen Sprache und Kultur diente.

Der noch junge Klub mit anfänglich 40 Mitgliedern traf sich zu monatlichen Veranstaltungen mit musikalischen Darbietungen, intellektuellen Diskussionen, literarischer Unterhaltung und zu einem jährlichen ‚English Afternoon’ mit geladenen Gästen. Bis 1910 fanden diese Veranstaltungen überwiegend in dem Germania Club Haus, danach bis 1924 in Martin’s Hall, 2752 Hampden Court, ab 1934 im Edgewater Beach Hotel und später auch im Walnut Room in Marshall Fields statt. Im Jahr 1973 wurde der Woman’s Athletic Club zu einem ständigen Zuhause.

Während der Kriegsjahre konzentrierte sich der Klub zunehmend auf wohltätige Zwecke in Chicago und auch in Deutschland und Österreich, wo Mittel für verwaiste Kinder und Witwen bereitstellt wurden. Im Jahr 1917 trat der Klub der Federation of Woman’s Clubs bei und wurde oftmals Gastgeber für deren Veranstaltungen. In den 20er und frühen 30er Jahren arbeitete er eng mit einer Armenküche in Karlsruhe und dem Deutschen Roten Kreuz in Berlin zusammen. Gleichzeitig unterstützte der Klub deutsches Theater in Chicago und den Chicago Scholarship Fund, dessen Mittel dazu verwendet wurden, dem durch den Krieg ausgelösten Ruf nach Abschaffung des Faches Deutsch an den High Schools und Colleges entgegenzuwirken. Die Tradition der Förderung der deutschen Kultur an Hochschulen wird bis zum heutigen Tag in Form von Stipendien für ausgezeichnete Studenten des Departments of Germanic Studies an der University of Illinois in Chicago fortgesetzt.

Die Geschichte des Klubs wurde in der Jubiläumsfeier auf einer ‚Reise durch die Zeit’ wieder zum Leben erweckt. Verse, verfasst und vorgetragen von Vorstandsmitglied Veronika Steingraber, wurden begleitet durch den Auftritt ehemaliger Präsidentinnen, verkörpert durch Mitglieder des jetzigen Vorstandes in Kostümen der jeweiligen Epoche. ‚The Babbitt Trio’ bestehend aus Frank und Cornelia Babbitt und der Pianistin Reiko Yamada, spielten Melodien aus der ‚Zauberflöte’ von Wolfgang Amadeus Mozart und aus dem ‚Freischütz’ von Carl Maria von Weber. Als Erinnerung an die Gründerjahre des Klubs wurde Polka und Walzer von Johann Strauss II und Josef Strauss gespielt und tänzerisch begleitet. Der Bassist Beau Sample und seine Band ‚The Fat Babies’ brachten mit Jazz und Swing der 20er und 30er Jahre die Stimmung der ‚Goldenen Zwanziger’ hervor und Chelsea Dvorchak mit Partnern tanzten dazu Charleston und Lindy Hop. Die jüngere Zeit war mit Melodien von Reinhard Mey und Udo Jürgens, vorgetragen vom ‚The Babbitt Trio’, vertreten.

Neben dem vielseitigen literarischen und musikalischen Programm wurde auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Auf einen Sektempfang mit Hors d’oeuvres folgte ein dreigängiges Festmenü mit ausgesuchten Weinen. Der Präsidentin des Columbia Clubs, Christel Schmidt, war es eine besondere Freude, den deutschen Generalkonsul Herbert Quelle und seine Frau Corinna sowie den österreichischen Honorarkonsul Reinhold Krammer und den schweizerische Honorarkonsul Jörg Oberschmied als Ehrengäste begrüßen zu dürfen. Neben Ansprachen der Ehrengäste richtete auch die ehemalige Präsidentin und das zugleich ältestes Mitglied des Klubs, Patricia Kemper, das Wort an die Anwesenden und brachte Ihre Freude über diesen besonderen Anlass zum Ausdruck.

Über die Jahre hatte der Chicago Columbia Club viele nationale und internationale Persönlichkeiten zu Gast. Große Namen aus Kunst, Literatur und Musik tauchen in den Programmen auf. Mit seinen anspruchsvollen Vorträgen und Darbietungen gelingt es dem Klub seit 125 Jahren immer wieder, neue Mitglieder zu gewinnen und zugleich eine enge, oft über Jahrzehnte bestehende Verbundenheit zu jedem einzelnen Mitglied zu bewahren.

Der Chicago Columbia Club, nun bestehend aus 137 Mitgliedern, trifft sich von Oktober bis Mai am jeweils ersten Donnerstag im Monat zu musikalischen, historischen oder literarischen Vorträgen mit anschließendem Mittagessen im Woman’s Athletic Club, Chicago.

Sabine Hinrichs